Vorstand der DGaaE

Über Dr. Astrid Eben

Tiere und Biologie waren schon während der Kindheit in Niederbayern wichtig, statt Tiermedizin studierte Astrid Eben dann aber Agrarbiologie an der Universität Hohenheim. Dabei begann ihr Interesse für herbivore Insekten, vor allem an deren Biologie und Ökologie. Danach promovierte sie an der North Carolina State University, Raleigh, USA in Entomologie zur chemischen Ökologie von Diabroticina Blattkäfern und Pflanzen aus der Familie Cucurbitaceae. Während dieser Zeit war sie zwei Jahre lang zur Feldforschung am Instituto de Ecología, A.C. (Inecol) in Xalapa, Vercruz, Mexiko, dem Ursprungsland dieser Blattkäfer. Die Faszination für diese artenreiche, wenig erforschte Käfergruppe und deren Heimatland war so groß, dass sie dort weitere 15 Jahre blieb. Zuerst als PostDoc der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) am Zentrum für Ökologie in Mexiko-Stadt. Schwerpunkt war wieder chemische Ökologie, diesmal aber mit Fruchtfliegen der Gattung Anastrepha, deren Parasitoide und tropischem Obst. Im Anschluss ging es mit einem Stipendium der mexikanischen Regierung wieder ans Institut für Ökologie in Xalapa als Assistenz-Professorin zum Aufbau des Fachgebiets Interaktionen Insekten-Pflanzen. Ab 2002 dann dort als volle Professorin in Forschung und Lehre, wobei die Blattkäfer ihre Leidenschaft blieben: zu den Galerucinae kamen mit Leptinotarsa – Arten noch die Chrysomelinae und die Chemie der Solanaceae. Neben der Ökologie bearbeitete sie auch Fragestellungen zur Taxonomie und phylogenetischen Systematik mit Aufenthalten an der Universität Wageningen und an mehreren europäischen Museen für Naturkunde. Als langjähriges Mitglied der DGaaE hatte Astrid Eben aus dem Ausland Kontakt zu Deutschland gehalten und war als Expertin für neotropische Diabrotica sp. nach der Invasion Europas durch den Maiswurzelbohrer, D. v. virgifera, an einem EU-Projekt beteiligt, wobei sie im Ursprungsland nach natürlichen Feinden dieser Art gesucht hat und die Tachnidae Celatoria compressa im Fokus stand.

Im Jahr 2010 kehrte Frau Eben wieder nach Deutschland zurück, wo sie am Julius Kühn – Institut in Dossenheim im Fachgebiet Chemische Ökologie zu Harmonia axyridis und später an chemischer und akustischer Kommunikation von Psylliden gearbeitet hat. Nach einem Jahr an der Universität Heidelberg (Institut für Molekulare Biotechnologie und Pharmazie) hat Astrid Eben ab 2015 im FG Entomologie am JKI zu der sich in Europa ausbreitenden Fruchtfliege Drosophila suzukii geforscht. Im Jahr 2021 übernahm sie die Leitung des Fachgebiets Entomologie und Biodiversität im Obst am JKI in Dossenheim. Da subtropische invasive Arten durch klimatische Veränderungen immer mehr zum Problem werden, forscht sie weiter an exotischen herbivoren Insekten (aktuell Drosophila suzukii, Ceratitis capitata, Halyomorpha halys und Nezara viridula) zu deren Ausbreitung, Wirtspräferenzen und Verhalten mit dem Ziel, umweltverträgliche Regulierungsmechanismen zu entwickeln.